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DAS BACKEN GEHT MIR AUF DIE NERVEN!

Irmgard Freymann*, 78 Jahre, Hausfrau, 3 Kinder, 8 Enkelkinder

Letz¬≠tens war ich zu Besuch bei mei¬≠ner 45-j√§h¬≠ri¬≠gen Toch¬≠ter. Ihre Toch¬≠ter, also mei¬≠ne Enkel¬≠toch¬≠ter, woll¬≠te am Wochen¬≠en¬≠de mit ihren Freun¬≠din¬≠nen Pl√§tz¬≠chen backen. Mei¬≠ne Toch¬≠ter hat mich gefragt, ob ich ihr hel¬≠fen will, den Teig f√ľr die Enke¬≠lin vor¬≠zu¬≠be¬≠rei¬≠ten. Da habe ich ein¬≠fach gesagt ‚ÄěNein, will ich nicht!‚Äú
Da hat mich mei¬≠ne Toch¬≠ter doch erstaunt ange¬≠guckt, weil ich nicht so oft ‚ÄěNein‚Äú sage. Aber da war die Sache klar. Ich hat¬≠te ein¬≠fach kei¬≠ne Lust Pl√§tz¬≠chen¬≠teig zu machen.
Mei¬≠ne Toch¬≠ter hat mir dann die Vor¬≠z√ľ¬≠ge ihrer neu¬≠en K√ľchen¬≠ma¬≠schi¬≠ne gezeigt und gesagt, dass das gar nicht so viel Arbeit ist. Ich bin ihr dann doch ein biss¬≠chen zur Hand gegan¬≠gen und es war kei¬≠ne gro¬≠√üe Sache. Fr√ľ¬≠her habe ich jeden Sams¬≠tag geba¬≠cken. Das geh√∂r¬≠te damals dazu. Aber auf die gan¬≠ze Arbeit habe ich heu¬≠te kei¬≠ne Lust mehr. Viel¬≠leicht liegt das auch dar¬≠an, dass wir jetzt die meis¬≠te Zeit zu zweit sind. Wer soll denn da so viel Kuchen essen?

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ICH LER¬≠NE DAS GERA¬≠DE NEU‚Ķ

Constanze Dräger*, 45 Jahre, verheiratet, vier Kinder, selbständig

Mein Leben ist viel­fäl­tig.
In den letz¬≠ten Jah¬≠ren habe ich viel geschafft. Es ist viel vor¬≠an¬≠ge¬≠gan¬≠gen, beruf¬≠lich und auch in der Fami¬≠lie. Im Grun¬≠de bin ich ger¬≠ne f√ľr ande¬≠re da und enga¬≠gie¬≠re mich ger¬≠ne in mei¬≠nem Umfeld.
Der¬≠zeit ver¬≠sp√ľ¬≠re ich jedoch mehr und mehr den Wunsch bei mir zu blei¬≠ben und hin¬≠zu¬≠sp√ľ¬≠ren, was eigent¬≠lich wirk¬≠lich meins ist und mir gut tut. Ich unter¬≠schei¬≠de: ‚ÄěWas mache ich, dass es f√ľr mich passt?‚Äú und ‚ÄěWas mache ich, dass es f√ľr ande¬≠re passt?‚Äú 
So in die¬≠ser Form habe ich das in mei¬≠nem Leben noch nie gemacht. Viel¬≠mehr ver¬≠sp√ľ¬≠re ich manch¬≠mal ein schlech¬≠tes Gewis¬≠sen, wenn ich Din¬≠ge ‚Äď zum Bei¬≠spiel die Som¬≠mer¬≠fe¬≠ri¬≠en der vier Kin¬≠der ‚Äď auch danach pla¬≠ne, dass es f√ľr mich ange¬≠nehm und nicht (zu) stres¬≠sig wird. 
Es geht nicht alles. Das ist so. Und es ist in Ord¬≠nung, dass ich nicht alle Anspr√ľ¬≠che erf√ľl¬≠len kann. Es gibt nat√ľr¬≠li¬≠che Gren¬≠zen und die muss ich auch nicht selbst per¬≠ma¬≠nent ein¬≠tram¬≠peln. Sonst lau¬≠ge ich mich selbst aus.
Ich ler­ne das Ach­ten mei­ner Gren­zen gera­de neu.
Anf√§n¬≠ger d√ľr¬≠fen sich ver¬≠zei¬≠hen, wenn sie etwas nicht gleich per¬≠fekt k√∂n¬≠nen. Ich ver¬≠su¬≠che also sel¬≠ber auch, mil¬≠de und gedul¬≠dig mit mir zu sein.
Ich mer¬≠ke jetzt schon, dass es mir Spa√ü macht auf mei¬≠ne Gren¬≠zen zu ach¬≠ten und auch mal Gren¬≠zen zu set¬≠zen. Es ist klar, befrei¬≠end und tut gut.

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