GRENZEN ACHTEN

ICH LER¬≠NE DAS GERA¬≠DE NEU‚Ķ

Constanze Dräger*, 45 Jahre, verheiratet, vier Kinder, selbständig

Mein Leben ist viel­fäl­tig.
In den letz¬≠ten Jah¬≠ren habe ich viel geschafft. Es ist viel vor¬≠an¬≠ge¬≠gan¬≠gen, beruf¬≠lich und auch in der Fami¬≠lie. Im Grun¬≠de bin ich ger¬≠ne f√ľr ande¬≠re da und enga¬≠gie¬≠re mich ger¬≠ne in mei¬≠nem Umfeld.
Der¬≠zeit ver¬≠sp√ľ¬≠re ich jedoch mehr und mehr den Wunsch bei mir zu blei¬≠ben und hin¬≠zu¬≠sp√ľ¬≠ren, was eigent¬≠lich wirk¬≠lich meins ist und mir gut tut. Ich unter¬≠schei¬≠de: ‚ÄěWas mache ich, dass es f√ľr mich passt?‚Äú und ‚ÄěWas mache ich, dass es f√ľr ande¬≠re passt?‚Äú 
So in die¬≠ser Form habe ich das in mei¬≠nem Leben noch nie gemacht. Viel¬≠mehr ver¬≠sp√ľ¬≠re ich manch¬≠mal ein schlech¬≠tes Gewis¬≠sen, wenn ich Din¬≠ge ‚Äď zum Bei¬≠spiel die Som¬≠mer¬≠fe¬≠ri¬≠en der vier Kin¬≠der ‚Äď auch danach pla¬≠ne, dass es f√ľr mich ange¬≠nehm und nicht (zu) stres¬≠sig wird. 
Es geht nicht alles. Das ist so. Und es ist in Ord¬≠nung, dass ich nicht alle Anspr√ľ¬≠che erf√ľl¬≠len kann. Es gibt nat√ľr¬≠li¬≠che Gren¬≠zen und die muss ich auch nicht selbst per¬≠ma¬≠nent ein¬≠tram¬≠peln. Sonst lau¬≠ge ich mich selbst aus.
Ich ler­ne das Ach­ten mei­ner Gren­zen gera­de neu.
Anf√§n¬≠ger d√ľr¬≠fen sich ver¬≠zei¬≠hen, wenn sie etwas nicht gleich per¬≠fekt k√∂n¬≠nen. Ich ver¬≠su¬≠che also sel¬≠ber auch, mil¬≠de und gedul¬≠dig mit mir zu sein.
Ich mer¬≠ke jetzt schon, dass es mir Spa√ü macht auf mei¬≠ne Gren¬≠zen zu ach¬≠ten und auch mal Gren¬≠zen zu set¬≠zen. Es ist klar, befrei¬≠end und tut gut.

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