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UNSE­RE EHE IST DIE BASIS FÜR MEI­NE FREIHEIT

Dave Lewis, 64, selbstständig, verheiratet, zwei erwachsene Kinder, 2 Enkelkinder

Mei¬≠ne Frau und ich sind seit seit fast 35 Jah¬≠ren zusam¬≠men und seit fast 30 Jah¬≠ren ver¬≠hei¬≠ra¬≠tet. Wir haben gemein¬≠sam vie¬≠les durch¬≠ge¬≠macht, zum Bei¬≠spiel einen Sohn gro√ü¬≠ge¬≠zo¬≠gen, der autis¬≠ti¬≠sche Z√ľge hat. Es war f√ľr ihn und uns zwar ein schwe¬≠rer Weg, aber er f√ľhrt jetzt ein selbst¬≠st√§n¬≠di¬≠ges Leben als ange¬≠hen¬≠der Pro¬≠fi-Musi¬≠ker in Lon¬≠don.
Es war uns immer wich¬≠tig, dass die Kin¬≠der ler¬≠nen auf eige¬≠nen F√ľ√üen zu ste¬≠hen. Wir woll¬≠ten ihnen ‚ÄěWur¬≠zeln und Fl√ľ¬≠gel‚Äú geben und das ist uns gelungen.

Jeder von uns geht aber auch eige¬≠ne Wege und f√ľhrt ein eigen¬≠st√§n¬≠di¬≠ges Leben. Zum Bei¬≠spiel woll¬≠ten mein Sohn und mei¬≠ne Frau vor eini¬≠gen Jah¬≠ren unbe¬≠dingt nach Dis¬≠ney¬≠land, davon hat¬≠ten sie schon lan¬≠ge getr√§umt. Ich aber nicht. Ich hat¬≠te Sehn¬≠sucht nach Schnee und Ber¬≠gen und den Wunsch, Ski-Lang¬≠lauf zu ler¬≠nen. Mei¬≠ne Frau hat mich dann ermu¬≠tigt mir die¬≠sen Wunsch zu erf√ľl¬≠len und so habe ich mit Mit¬≠te 40 Ski-Lang¬≠lauf als mei¬≠ne Lei¬≠den¬≠schaft entdeckt.

Ich unter¬≠st√ľt¬≠ze sie in ihren Lei¬≠den¬≠schaf¬≠ten auch, sie spielt zum Bei¬≠spiel mit gro¬≠√üer Freu¬≠de in einer Per¬≠cus¬≠sion Band.

Dass wir ab und zu getrenn¬≠te Wege gehen und unse¬≠re eige¬≠nen Inter¬≠es¬≠sen leben, bringt uns zusam¬≠men. Durch den Aus¬≠tausch ent¬≠steht eine gro¬≠√üe N√§he.

So gese¬≠hen ist unse¬≠re Ehe die Basis f√ľr mei¬≠ne und unse¬≠re Freiheit.

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HIER K√ĖN¬≠NEN WIR KEI¬≠NE KIN¬≠DER BEKOMMEN!

Oliver Stafford*, 32 Jahre, Industriekaufmann, 2 Kinder

Ich war acht Jah¬≠re alt, als die Mau¬≠er fiel. F√ľr mei¬≠ne Eltern ist es bis heu¬≠te die gr√∂√ü¬≠te Kata¬≠stro¬≠phe ihres Lebens, dass es die DDR nicht mehr gibt. F√ľr mich nicht.
Sch√∂n fand ich damals als Kind das Zusam¬≠men¬≠ge¬≠h√∂¬≠rig¬≠keits¬≠ge¬≠f√ľhl in der Pio¬≠nier-Grup¬≠pe. Aber die Ost¬≠block-Men¬≠ta¬≠li¬≠t√§t in der Kin¬≠der¬≠er¬≠zie¬≠hung war nicht mein Ding. Als Kin¬≠der soll¬≠ten wir:

  • still sit¬≠zen
  • ruhig sein
  • kei¬≠ne Fra¬≠gen stellen
  • nicht auf¬≠fal¬≠len

Mit 16 bin ich dann von zu Hau­se weg zur Aus­bil­dung in ein gro­ßes Auto­mo­bil­un­ter­neh­men im Wes­ten Deutsch­lands gegan­gen. Die Aus­bil­dung und die Ermu­ti­gung mei­nes Chefs selbst­stän­dig zu arbei­ten haben mir super gefal­len.
Nach 5 Jah¬≠ren bin ich wie¬≠der zur√ľck in den Osten gegan¬≠gen, weil ich in der N√§he mei¬≠ner Fami¬≠lie und mei¬≠ner Freun¬≠de sein woll¬≠te. Ich h√§t¬≠te nicht gedacht, dass die Unter¬≠schie¬≠de so krass sind. Ich hat¬≠te das Gef√ľhl, dass die Men¬≠schen nur jam¬≠mern und trau¬≠rig sind. Sie trau¬≠en sich nicht, was zu √§ndern. Beson¬≠ders auf der Arbeit war das hier¬≠ar¬≠chi¬≠sche Den¬≠ken stark aus¬≠ge¬≠pr√§gt im Sin¬≠ne von ‚ÄěDer Chef hat Recht und wenn der nicht anders will, k√∂n¬≠nen wir nichts dage¬≠gen tun.‚Äú Ich habe ver¬≠sucht, mei¬≠ne Kol¬≠le¬≠gen davon zu √ľber¬≠zeu¬≠gen, dass wir gemein¬≠sam sehr wohl etwas errei¬≠chen und ver¬≠√§n¬≠dern k√∂n¬≠nen, aber die ande¬≠ren haben sich nicht getraut. Ich habe dann sel¬≠ber gemerkt, dass ich so nicht leben kann, weil ich nicht mehr fr√∂h¬≠lich bin. ‚ÄěHier k√∂n¬≠nen wir kei¬≠ne Kin¬≠der bekom¬≠men.‚Äú sag¬≠te ich schlie√ü¬≠lich nach vie¬≠len Anpas¬≠sungs¬≠ver¬≠su¬≠chen zu mei¬≠ner Frau.
Wir sind dann wie¬≠der in eine Gro√ü¬≠stadt im ‚ÄěWes¬≠ten‚Äú gezo¬≠gen.
Unse¬≠re Kin¬≠der sind jetzt 2 und 5 Jah¬≠re alt. Ich m√∂ch¬≠te sie zur Frei¬≠heit erzie¬≠hen. Das macht auch M√ľhe. Sie stel¬≠len vie¬≠le Fra¬≠gen, gehen offen auf ande¬≠re Men¬≠schen zu. Man¬≠che Leu¬≠te emp¬≠fin¬≠den das als anstren¬≠gend und fast nicht zumut¬≠bar. Im Restau¬≠rant gibt es sicher bra¬≠ve¬≠re Kin¬≠der als unse¬≠re ‚ÄĒ Kin¬≠der, die eine Stun¬≠de lang still sit¬≠zen k√∂n¬≠nen. Aber unse¬≠re Kin¬≠der k√∂n¬≠nen ande¬≠re, ganz wich¬≠ti¬≠ge Din¬≠ge: Men¬≠schen hel¬≠fen, sich f√ľr ande¬≠re inter¬≠es¬≠sie¬≠ren und sich √ľber Klei¬≠nig¬≠kei¬≠ten freu¬≠en. Sie neh¬≠men wirk¬≠lich Anteil an ihrer Umwelt und wol¬≠len die Welt ent¬≠de¬≠cken.
Mei¬≠ne Eltern k√∂n¬≠nen unse¬≠ren Erzie¬≠hungs¬≠stil nicht nach¬≠voll¬≠zie¬≠hen. Sie sind in ihrer Ost¬≠block-Men¬≠ta¬≠li¬≠t√§t bis heu¬≠te gefangen. 

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